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5 Fragen an Dr. Cornelia Strecker und Dr. Heinz Fuchsig Interview

Mai 25, 2026

Frau Dr. Cornelia Strecker und Herrn Dr. Heinz Fuchsig von der Humane Arbeit GmbH 

Im Rahmen des Forums Prävention der AUVA in Innsbruck am 20. Mai 2026 wurde dieses Interview von Andreas Spechtenhauser mit Frau Dr. Cornelia Strecker und Herrn Dr. Heinz Fuchsig von der Humane Arbeit GmbH (https://humanearbeit.com) geführt.

 

Zu den Personen:
Dr. Heinz Fuchsig, geboren in Wien, ist Baubiologe, Arbeits- und Umweltmediziner, Sachverständiger, Leiter der Umweltmedizin-Ausbildung in Österreich und in NGOs bis zum Club of Rome engagiert. Seine Berufung ist es, für gesunde Verhältnisse und Verhalten zu begeistern.
Dr. Cornelia Strecker, aufgewachsen in Kolumbien, Spanien und Deutschland. Kommunikationswissenschaftlerin und zertifizierte Arbeits- & Organisations-psychologin. 6 Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Innsbruck. Seit 2018 begleitet sie Organisationen im Rahmen der Evaluierung psychischer Belastungen. 2019 Promotion zum Thema Arbeitsbedingungen, die Wohlbefinden & Gesundheit bei Klinikärzt*innen fördern. 2021 Mitgründerin und Geschäftsführerin der Humane Arbeit GmbH.

Gemeinsam bietet Ihr das Seminar „vital&resilient“ für Präventivfachkräfte - wie uns - und Führungskräfte an. Warum gibt es Bedarf für ein solches Seminar?

Heinz Fuchsig:
Das Potential für die Verbesserung von Verhältnissen und Verhalten in den Betrieben ist enorm. Die mentalen Belastungen haben zugenommen, die körperliche Gesundheit ist auch nicht besser geworden. Weitere Belastungen werden noch dazu kommen; wer nicht vital und resilient ist, wird wahrscheinlich leiden und viel Geld ausgeben.

Cornelia Strecker:
Der Gap zwischen Wissen und praktischer Umsetzung ist noch recht groß. Seit 2013 gibt es die gesetzliche Verpflichtung zur Evaluierung psychischer Belastungen. Trotzdem haben 1/3 der Betriebe noch gar nicht evaluiert und 1/3 haben keine sinnvollen Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt, d.h. Diagnose ohne Therapie. Wir sehen bei der Begleitung der Betriebe auch: Führungskräfte sind Schlüsselpersonen in der positiven Gestaltung der Arbeitsbedingungen und haben großes Potential Vitalität bei sich und ihren Mitarbeitenden zu fördern.

Heinz Fuchsig: 60% der Führungskräfte bezeichnen sich als erschöpft; generell ist fast jede/r Zweite Burnout gefährdet. Wir beginnen im Seminar inhaltlich mit dem aktuellen Stand zu bekannten Basics wie Entspannung, Schlaf, Bewegung etc., räumen mit Mythen auf und gehen dann tiefer in Richtung Konflikte meistern, emot. Intelligenz, Altes loslassen, die beruflichen und privaten Systeme reflektieren und neuen Sinn erfahren.

Seid ihr deswegen mit den Seminaren in Berghotels am Waldrand?

Heinz Fuchsig: Ja, in der Natur gewinnen wir am besten neue Energie – und lernen, mit unserer eigenen Natur besser umzugehen. Das kann kein Webinar vermitteln, keine KI.

Cornelia Strecker: Wir sind überzeugt und kennen die Daten: Uns fehlen dringend positive Impulse und neue Ansätze. Mit Selbstreflexion außerhalb des gewohnten Arbeitsumfelds und der Stärkung eigener und dadurch auch organisationaler Ressourcen anhand von 15 konkreten Übungen über 3 Tage hinweg, können wir den anstehenden Veränderungen in der Arbeitswelt leichter begegnen.

Warum sprecht ihr mit dem Seminar vorerst ArbeitspsychologInnen und -MedizinerInnen, HR sowie SFK an?

Heinz Fuchsig: Diese Gruppe ist engagiert und willens, Gesundheitsförderung und somit auch Vitalität & Resilienz als Multiplikatoren in die Betriebe zu tragen. Ein Aufbruch zu neuer Arbeitsfreude, zu respektvollem Umgang miteinander und Begeisterung für gesündere Jobs nützt auch den Präventivfachkräften selbst.

D.h. die Präventivkräfte dürfen eure Methoden weitergeben?

Cornelia Strecker: Unsere Werkzeuge und Methoden sollen unbedingt weitergegeben werden. Die darüber hinaus zusammengerechnet 45 Jahre Erfahrung – auch als TrainerInnen – und 3 Jahre Arbeit am Seminar können als Ganzes nicht kopiert werden.

Heinz Fuchsig: Aus unzähligen Seminaren haben wir die wirksamsten Methoden übernommen, die wir sehr gerne teilen. Einzigartig ist auch: Das Weiterarbeiten über das Seminar hinaus mit Anregungen (mehr wird nicht verraten) – für private wie berufliche Themen. Für eine gelingende work-privacy-harmony! (lacht).

Was ist eure wichtigste Botschaft für die Betriebe?

Heinz Fuchsig: Auf allen Ebenen ist Anerkennung und Innovation im Innen und außen möglich – vor allem in Krisen, von denen weitere nicht ausbleiben werden.
Und: Gehemmte Produktivität macht krank!

Cornelia Strecker: Kennt eure eigenen Stärken und die eurer MitarbeiterInnen, bindet sie ein und fördert sie. Die daraus entstehende Motivation und Loyalität fördert die organisationale Resilienz und hilft ungemein durch unsichere Zeiten zu navigieren. Unser Seminar ist ein wunderbarer Start in diesen Weg.